NACHLESE Keller Steff Band in Riedlhütte
5.7.
2012

Die Geschichten zwischen den Liedern

Tales and Fun and Rock'n Roll - Super Stimmung mit der Keller Steff Band in Riedlhütte

Von Martina Höf Keim

St. Oswald-Riedlhütte. "Natur­gewalten" heißt eines der Lieder vom Keller Steff und seiner Band ­- und eine solche ist er auch selbst. Die ausverkaufte Alte Schmiede erbebte drei Stunden lang nicht nur vor Klanggewalt, sondern auch vor Lachen. Die Geschichten zu und zwischen den Songs, die aus einem nicht immer gradlinigen Leben des Multitalents und Urbay­ern Stephan Keller erzählen, sind für seine Musik Inspiration und ein Heidenspaß nicht nur fürs Pu­blikum.

Denn wenn der Bassist Gerhardt Zimmermann die "Oma" gibt, dann bringt er auch mal den Keller Steff soweit, dass er vor Lachen nicht mehr kann. Eine Band, die diese Freude am Leben und die perfekt performte Mischung aus ­Rock, Folk und Country von der allerersten Minute auf das Publikum in der Alten Schmiede überspringen ließ.

  Die Story vom Tomatenhäusl aus Opas alten Fenstern mündet da schon mal in etwas Nachdenklichkeit über Naturgewalten. Denn nicht nur lustig sind die Texte, sondern auch auf subtile Weise tiefgründig. An die Seelen der Zuschauer kommt der Steff ganz nah heran, ohne dass sie das gleich merken. Die Musik reißt mit wie ein Wirbelsturm. Und jeder findet sich in einer der Geschichten wieder. Denn wer hat nicht auch eine Wut auf eindringende Preißn in modernen Glashäusern und möchte sie genau wie der Steff mal ab und zu über­schwemmen. Seine Ecken und Kanten und auch manche Schwächen legt der Bandleader offen und gewinnt damit immer neue Fans. Ob MPU, streitende Omas und Opas oder Legasthenie. Aus allem werden Musikstücke zum Mitrocken und Mitsingen.

   Aber auch nachdenklichere Titel sind im Programm vertreten. In „Schene Zeit“ oder „Fehler g’mocht – sofort erkennt“ offenbart der Sänger, Komponist und Gitarrist die ernsthaftere Seite.

Die Band, die schon in Sendungen wie „Ottis Schlachthof“ aufgetreten ist, hat sich 2009 zusammengetan. Bass spielt Gerhart Zimmermann, hervorragend im Background der Drummer Chris Stöger und der ruhige Franz Gries an der Gitarre – sie alle ergänzen den quirligen Keller Steff perfekt. Doch wie gesagt, diese Musik wäre nicht halb so bühnentauglich, ohne die köstlichen Geschichten, die sie umrahmen und in die das Publikum immer mit einbezogen wird. Bei der nächtlichen Beichte der nicht ganz so tragischen Jugendsünden übernehmen die begeisterten Zuhörer die Rolle des entsetzten Pfarrers, der jedoch angesichts der Fülle der Vergehen entnervt aufgeben muss. Mit dramatischem Hall wird der „Chef“ ins Spiel gebracht. Jesus selbst erlegt dem Steff als Sühne auf, dass er sich der Musik verschreibt. Na Gott sei dank kann man da nur sagen, denn bei dem Lied „Hello Jesus" explodiert die Stimmung in Riedlhütte sozusa­gen. Beim Halleluja grölen alle mit.

   Durchaus kritische Texte, wie "Mehr Lohn für Krankenschwes­tern" wechseln immer wieder mit fetzigem Blödsinn wie dem Klassi­ker „Bulldogfahrer" oder leiseren Tönen in "Kurven", ein Lied über die Wege und Umwege des Lebens, die ja auch jeder kennt. Die Homa­ge an seinen verzweifelten Vater, den er haareraufend lebensecht darbietet, offenbart den nicht im­mer grade zielorientierten Lebens­weg des Künstlers. Abgebrochene Lehren und das Ausprobieren der unterschiedlichsten Berufe sind für Eltern nicht immer leicht nach zu vollziehen. Aber der Keller Steff kümmert sich nicht viel um kon­ventionelle Lebenspläne. Er möchte seine Kreativität auch mal beim Schmieden erotischer Objek­te ausprobieren. Und auch seine Musik ist in konventionellen Schubladen fehl am Platz. Man sollte sich einfach selbst ein Bild machen. Und selten wird wohl ein Konzertbesucher nicht als Fan nach Hause gegangen sein. Die drei Stunden vergingen wie im Flug bei so viel Eindrücken, die wohl noch lange in bester Erinne­rung bleiben werden.

   Artikel aus Passauer Neue Presse vom Dienstag, 29. Mai 2012

NACHLESE - Keller Steff Band in Donauwörth
3.5.
2012

KONZERT - Pack ma’s!

Keller Steff und seine Band zeigen eine selten gesehene Bühnenpräsenz

Donauwörth Er lacht, erzählt und singt. Der Keller Steff ist ein sympathischer Typ, mitteilsam, kommunikativ. So erlebten ihn jedenfalls die angesichts des Konzerts einer Band dieser Güte zu wenigen Besucher im Tanzhaus-Saal in Donauwörth. Schade, denn der Keller Steff bringt alle zum Lachen und haut trotzdem (fast) keinen in die Pfanne.

Er erzählt vor seinen Songs, nach seinen Songs und in seinen Songs. Man kann sich nicht sicher sein, ob das, was er erzählt, biografisch oder erfunden ist. Wenn er beispielsweise von einem narrischen Nachbarn berichtet, der sich in die Sichtachse zwischen dem Steff'schen Anwesen und Chiemsee ein Glashaus gebaut hat. Und er erzählt davon, dass man mit dem Königswobbler im See ganz wunderbar fischen kann. Eine Flut von Geschichten hat er parat, zwischendrin wird gegroovt, ganz nach dem Motto: „Pack ma's!"

Es sind diese kleinen Anekdoten, vorgetragen in feinster Chiemgauer Mundart, die den Keller Steff, seine Musik und seine Auftritte so fesselnd machen. Meistens mit Blues paaren der Steff mit den ungekämmten Haaren und seine drei Musiker Chris Stöger, Franz Gries und Gerhard Zimmermann ihre Geschichten. Ein bisschen Rock'n'Roll packen sie mit ein, dann wieder Folk, zwischendurch ein wenig irisch, Country auch - der Keller Steff ist ein Vollblutmusiker.

Macht er das immer so oder nur heute? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Man hat das Gefühl, dass man bei der Feier von guten Freunden ist und der Steff mit Mundharmonika und Gitarre Musik macht, während ein neuer Kasten Bier auf den Tisch gestellt wird.

Wenn sich beispielsweise Opa und Oma streiten, dann ist das Kabarett, oder wenn er von ganz persönlichen Erlebnissen erzählt, mitunter hintersinnig.

Natürlich steht der Steff als Sänger, Kabarettist und Mundharmonikaspieler stets im Vordergrund. Aber Gerd Zimmermanns lebhafte Bühnenpräsenz begeistert ebenso wie sein dynamischer Kontrabass. Rund machen den Sound Chris Stöger am Schlagzeug und das Gitarrenspiel von Franz Gries.

Schlosser, Bildhauer und Mofamechaniker

Der Stephan Keller und seine Band sind noch längst nicht am Ende ihrer musikalischen Entwicklung. Der Steff war Schlosser, Pistenraupenpilot, Bildhauer, Seilbahnwart, Bulldogfahrer und Mofamechaniker. Ein Mensch mit vielen Facetten. Das Logo auf Steffs Shirt ist übrigens sein Markenzeichen: ein alter Eicher-Bulldog. Der Keller-Opa hatte ihn damals gekauft, als weit und breit noch keiner so ein Gefährt hatte. Mit diesem Gefährt war der Steff 2008 unterwegs bei der Fußball­ Europameisterschaft in Österreich.

Die Musik der Keller-Steff-Band lässt sich in keine Schublade stecken. Der Liedermacher selbst schon gar nicht. So herzerfrischend sind nicht viele auf der Bühne. Deshalb muss der Steff wiederkommen - und dann hat er ein volles Haus verdient. (bih)

Ausschnitt aus einem Artikel der Augsburger Allgemeinen vom 2. April 2012

TEXTE - Keller Steff & Band - SONGTEXTE
24.3.
2012

Die Texte zu den Songs "Bulldogfahrer, Kaibeziang, Pillermann, Königswobbler, Blechschneck, Narrisch, Oma und Opa, Lehrbua, Modorsog, Fliag mit mir zum Mond" und zum Biathlon Song "Weltmeister"

gibt es hier unter Presse zum herunterladen!

NACHLESE - Keller Steff Band in der Mälze
4.3.
2012

Da war das Zuhören das reinste Vergnügen

VON WERNER ENZMANN, MZ

KONZERT  Mit Liedern übers Angeln und Bulldogfahren, übers Beichten und Häuser­bauen brachten der Keller Steff und seine Band die rappelvolle Mälze zum Grooven. (24.2.)

REGENSBURG  Dass der Oberpfälzer ein eher zurückhaltender Menschen­schlag ist, darf als widerlegt gelten. Denn jetzt spielte der Keller Steff - ein Chiemgauer notabene - mit seiner vorzüglichen Band in der Alten Mälze­rei und jeder im dicht gedrängten Publikum sang aus voller Kehle mit, als es ums „Kaibeziang" ging, ums Bulldogfahren, den Blechschneck und andere kuriose Geschichten, erzählt im schönsten Bairisch.

Richtig aus der Reserve lockte der Keller Steff die Oberpfälzer. Mit seiner gut eingespielten Band macht er aus biografischen Geschichten und Szenen Stücke mit knappen, aber keineswegs oberflächlichen Texten und eingängigen Refrains, die sich in Null Komma nichts zu richtigen Ohrwürmern entwickeln. „Jeder ist anders, jeder ist gut“ – diese Textzeile könnte auch Keller Steffs Motto sein, denn er bringt alle zum Lachen und haut trotzdem (fast) keinen in die Pfanne.

Da geht es im schönsten Dialekt um die streitenden Großeltern und um merkwürdige Nachbarn, um elterliche Kritik an jugendlicher Lebensgestaltung, um Schule, Kirche, das Angeln und Motorsägen. Wenn der Keller Steff – was er gerne tut – etwas weiter ausholt, um die Geschichte hinter einem Lied wie Narrisch zu erzählen, wird deutlich, dass in ihm auch schau­spielerisches und komödiantisches Ta­lent schlummert.

Stücke wie das Spiritual "Hello Je­sus" oder der Blues „Hoocha Coocha" ranken sich um parodistische Szenen mit Dialogen auf der Bühne und leb­hafter Publikumsbeteiligung, an denen alle einen Riesenspaß haben. Vor allem und immer geht es aber um die Musik - und das bedeutet klare, ge­lungene Kompositionen zwischen Blues und Boogie, Soul und Reggae. Und es bedeutet eine großartige Band, die auf ihren akustischen Instrumen­ten einen kristallklaren, druckvollen Sound produziert und einfach mitrei­ßend gut spielt.

Natürlich steht Steff Keller als Sän­ger und Mundharmonikaspieler stets im Vordergrund, aber Gerd Zimmer­manns dynamischer Kontrabass und seine lebhafte Bühnenpräsenz, Chris Stögers perfektes Schlagzeug und Franz Gries' tragende, aber nie vorder­gründige Gitarre machen die Keller Steff Band richtig rund. Dies und dass die vier auch gesanglich ausgezeichnet harmonieren, machte das Zuhören an diesem Abend zu einem Vergnügen ­- sich wie das Publikum mitreißen zu lassen, noch viel mehr.

Auszug aus Artikel aus der Mittelbayrischen Zeitung vom 28.02.2012

(Der vollständige Artikel ist auch unter Presse abgelegt)




Steffs Tasse